Eigenleistung - Ja oder nein?
Prüfe genau, was du selber leisten kannst
Eigenleistung beim Holzhausbau – sinnvoll oder riskant?
Viele Bauherren stellen sich zu Recht die Frage, ob Eigenleistung beim Hausbau sinnvoll ist – sei es aus Kostengründen, aus persönlichem Interesse oder aufgrund handwerklicher Erfahrung. Doch nicht jede Eigenleistung ist wirklich wirtschaftlich, sinnvoll oder ohne Risiko. Gerade bei einem Dänischen Holzblockhaus oder Holzrahmenbau ergeben sich besondere Vor- und Nachteile, die man sorgfältig abwägen sollte. Dieser Beitrag liefert fundierte Einblicke, Beispiele aus der Praxis und konkrete Entscheidungshilfen.
Ein realistisches Praxisbeispiel
Ein sehr großes Einsparpotenzial liegt bei unterstützenden Arbeiten im Innenausbau und im Trockenausbau. Die Außenhülle und hier insbesondere die Wände und die Dachkonstruktion und somit das gesamte Tragwerk des Hauses sollte in fachkundige Hände übergeben werden. Wenn der Dachstuhl aufgesetzt ist und die Dachbahnen gespannt sind, dann ist das Haus auch vor Regen geschützt. Wenn die Fachunternehmen jetzt vielleicht noch die Fenster einbauen und die Türen, dann wäre das Haus geschlossen. Wenn dann innen noch die stabilisierenden Stiele und Stützen mit den Wänden verbunden werden, dann ist die Standsicherheit vollends gegeben. Anschließend beginnt der Innenausbau.
Innenausbau, Dämmung & WandbelägeViele Bauherren fassen jetzt mit an und bringen die Dämmung alleine ein, sowohl in die Wände als auch in die Decken. Alleine das ist schon eine Arbeit, die sehr viel Zeit in Anspruch nimmt und eine Menge Einsparpotenzial mit sich bringt. Auch das Aufsetzen der Wandbeläge – werden beispielsweise OSB-Platten als Dampfbremse eingesetzt – kann in Eigenleistung erfolgen. Voraussetzung hierbei ist allerdings, dass sie fachkundig eingesetzt werden und auch entsprechend verklebt sind. Sie muss eine gewisse Dichtigkeit haben und aufweisen. Ebenso Wandverkleidungen aus Fermacell, Rigips oder Lehmplatten.
Malerarbeiten - innen & aussenAls nächstes Gewerk, das mehr und mehr von den Bauherren selber übernommen wird, sind die Malerarbeiten. Insbesondere der Außenbereich, wenn es darum geht, die Fassade zu streichen. Da gibt es viele Möglichkeiten. Man kann eine Dünnschichtlasur verwenden, bei der die Holzmaserung noch gut sichtbar bleibt, oder einen deckenden Anstrich. Das Holz selber ist meist imprägniert und kann somit direkt behandelt werden. Auch das Streichen der Traufe und der Giebel ist mit einer Leiter oder vielleicht sogar noch mit dem auf der Baustelle verbleibenden Gerüst gut in Eigenleistung machbar.
Die Spachtelarbeiten im Inneren sollten doch lieber in fachkundige Hände übergeben werden. Auch das anschließende Tapezieren mit einer reißfesten Vliestapete gehört in fachkundige Hände. Anschließend aber, wenn es dann um den Farbauftrag geht, ist wieder ein hervorragendes Potenzial für Eigenleistung vorhanden.
Sanitärausstattung in Absprache mit Fachbetrieben
Auch bei der Sanitärausstattung gibt es viele Möglichkeiten zu sparen. Wenn man mit dem Sanitärinstallateur spricht und fragt, ob man sich die einzelnen Komponenten wie die Waschtische und die WC-Spülbecken oder die Duscharmaturen selber beschaffen kann, ob es möglich wäre, dass die Fachleute sie aber dennoch einbauen und die Gewährleistung dafür übernehmen – in den meisten Fällen spielen die Sanitärunternehmen da mit. Und hier sind schnell zwischen 5.000 und 8.000 Euro eingespart.
So wäre es immer hilfreich, den Hausbau in seinen einzelnen Phasen vor das geistige Auge zu rufen und genau zu überlegen: Bei welchem Gewerk würde ich mir welche Arbeiten zutrauen? Ein anschließendes Gespräch mit den Fachunternehmen deckt dann auf, welches Einsparpotenzial damit verbunden ist. Dann sollte unbedingt der Zeitfaktor ins Auge gefasst werden. Wenn ein Malerunternehmen die Arbeiten vollständig übernimmt, dann kannst du davon ausgehen, dass diese Arbeiten in einer sehr kurzen Zeit abgeschlossen sind. Prüfe selber, wie deine Kapazitäten sind und was du in Eigenleistung tatsächlich in der vorgegebenen Zeit erbringen könntest. Viele Freunde und Bekannte, die sich bei den ersten Überlegungen zum Hausbau mit Selbstverständnis anbieten, haben auch nicht immer Zeit – und sehr häufig genau dann keine Zeit, wenn sie dringend gebraucht werden.
FAZIT
Eigenleistungen können eine echte Chance sein – für Einsparungen, für persönliche Identifikation mit dem eigenen Haus, für das gute Gefühl, etwas selbst geschafft zu haben. Sie sind aber auch mit Risiken verbunden, wenn sie falsch eingeschätzt oder schlecht geplant sind. Wer seine Stärken kennt, seine Zeit realistisch einschätzt und bereit ist, sich mit Fachfirmen abzustimmen, kann beim Innenausbau, bei vorbereitenden Arbeiten oder im Bereich Gestaltung sehr viel selbst leisten. Ein strukturiertes Vorgehen, technisches Grundverständnis und die Fähigkeit, sich Hilfe zu holen, wenn nötig, sind dabei entscheidend. Wer aber glaubt, alles allein machen zu können, ohne Zeit, Kraft oder Erfahrung, der riskiert Verzögerungen, Frust und teure Nacharbeiten. Die Balance macht den Unterschied.